Geschichte

Geschichte des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie Kassel e.V

1990 setzte sich eine Gruppe Kasseler Psychoanalytiker, die Mitglieder im Göttinger psychoanalytischen Lou Andreas-Salomé Institut waren, zusammen. Sie gründeten in Kassel zunächst eine DPG-Arbeitsgruppe und planten den Aufbau eines analytischen Aus- und Weiterbildungsinstituts. Von Anfang an wurden die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit einbezogen und so war auch Herr Haar als analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut mit in der Planungs-gruppe.

Nach vielen Gesprächen traf sich 1993 diese Gruppe im Schloss Waldeck und gründete das Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Kassel DPG e.V.

Gründungsmitglieder waren Herr Harrach, Frau Wellendorf, Herr Bernhard, Herr Haar, Herr Schlosser, Herr Neun und Frau Sperling.

Für den Bereich Kinder und Jugendliche waren Frau Ehrenberg-Haar, Frau Neuenhagen-Poppe, Herr Haar, Frau Neuner, Frau Wiegand und Frau Wittenberger aktiv und wurden Mitglieder im „Institut im Aufbau“.

Zunächst fanden die Seminare in der Habichtswaldklinik statt. Bereits 1996 war diese Möglichkeit zu klein. Deshalb wurden eigene Institutsräume gesucht und in der Frankfurter Straße bezogen.

Mit viel Freude wurde das Schild angebracht. Hier war ein Raum geschaffen, in dem die 16 Kandidaten für die Ausbildung zum Analytiker für Erwachsene und 17 Kandidaten für Kinder und Jugendliche lernen konnten.

Neben den Seminaren und dem Arbeiten waren das Feiern und der Austausch ein großer Bestandteil des Institutslebens. So gab es ein Einweihungsfest 1998, auf dem verschiedene Vorträge gehalten wurden und bekannte Persönlichkeiten anwesend waren z. B.  Herr Ehrmann aus München, Herr Körner aus Berlin und Herr Kreische aus Göttingen.

Das Institut ist seit Dezember 1997 ein nach den KBV-Richtlinien anerkanntes psychoanalytisches Institut und hat 2000 die staatliche Anerkennung für die Ausbildung im Erwachsenen Bereich gemäß dem PsychThG bekommen, 2001 folgte die Anerkennung für den Kinder- und Jugendlichenbereich nach den Richtlinien der VaKJP.

Eine bedeutende Veränderung gab es für das Institut und für die psychoanalytische Ausbildung allgemein, als 1999 das Psychotherapeutengesetz verabschiedet wurde.

Es mussten die Ausbildungs- und Prüfungsordnung und damit die ganzen Ausbildungsstrukturen überarbeitet und verändert werden. Der Vorstand hatte sehr viel damit zu tun, sich auf die neuen Begebenheiten einzustellen. Für die neuen Kandidaten bedeutete das Gesetz neue Ausbildungsbedingungen, die sich vor allem durch die Praktika sehr erschwerten. Dies hatte auch zur Folge, dass die Zahlen der Ausbildungskandidaten sanken.

Es wurde jedoch versucht, das Institutsleben weiter lebendig zu gestalten. So traf man sich z.B. zu den Institutskonferenzen. Diese wurden jährlich unter einem immer anderen Thema veranstaltet. Hier die ganze Gruppe 2001.

2004 organisierte die DPG Arbeitsgruppe im Rahmen DPG einen Kongress mit dem Titel: „Das Ende des Ödipus. Entwertung und Idealisierung ödipaler Konzepte in der Psychoanalyse heute.“ Der Kongress fand in der Stadthalle statt und war sehr gut besucht.  Auch viele unserer Dozenten hielten Vorträge oder moderierten: Frau Göbel, Herr Haar, Herr Neun, Herr Obermüller, Herr Schröder und Frau Wittenberger.

Zum Abschluss wurde das Organisationskomitee gebührend gewürdigt und ihm gedankt. Es war für das relativ kleine Institut eine enorme Leistung, dass dieser Kongress so in Kassel abgehalten werden konnte.

Einen wichtigen Beitrag leistete damals schon Frau Kothe, unsere Geschäftsstellenleiterin, die seit 2000 bei uns im Institut arbeitet und unverzichtbar ist.

Es folgten weitere regelmäßige Institutskonferenzen, um gemeinsam über das Institut, die Ausbildung und die Psychoanalyse nachzudenken und in einem Austausch zu bleiben. Dabei hat neben dem Arbeiten das gemeinsame Beisammensein eine große Bedeutung.

Da die Räume in der Frankfurter Straße zu klein wurden, bestand schon lange der Wunsch nach größeren und schöneren Räumen. So zog das Institut im Januar 2007 in die Wilhelmshöher Allee 258 um.

Zum 20-jährigen Bestehen des Instituts wurde 2013 in der Habichtswaldklinik ein Symposium organisiert. Der Titel war “Begegnungen und Wandel“.

Die Tagung wurde mit Musik untermalt und von einer Ausstellung mit Gemälden und Skulpturen von Institutsmitgliedern begleitet.  Vorträge wurden von Herrn Haar, Herrn Müller, Herrn Obermüller und Frau Wittenberger gehalten. Zum Abschluss gab es Bilder und Geschichten aus den 20 Jahren im Institut.

Im Ausbildungsbereich für Erwachsene standen leider immer weniger Funktionsträger und Dozenten zur Verfügung, so dass dieser Bereich 2015 geschlossen werden musste. Der Bereich der Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten konnte sich dahingehend erweitern, neben der analytischen nun auch die Ausbildung zum tiefenpsychologisch fundierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten anzubieten.

Da die Räumlichkeiten wieder zu kein wurden und der Bedarf nach mehr Behandlungszimmern wuchs, zog das Institut 2016 im gleichen Haus in neue, helle und freundliche Räume um, in denen nun ein lebendiges Institutsleben besteht.